Manuelle Therapie

Was ist und macht ein Manualtherapeut?

Ein Manualtherapeut ist ein Arzt oder Physiotherapeut mit einer Zusatzausbildung in der Manuellen Therapie (durchschnittlich 4 Jahre). Die Manuelle Therapie bezieht sich auf Beschwerden in unserem Bewegungsapparat (Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder) und sein Regulationsmechanismus. Der Manualtherapeut probiert Störungen des Bewegungsapparates zu finden und zu beheben. Er macht das mittels spezialer Untersuchungs- und Behandlungstechniken auf das
osteoartikuläre und das neuromuskuläre System.

Was ist Manuelle Therapie?

Beschwerden in der Wirbelsäule und Extremitäten entstehen, wenn Gelenke nicht optimal funktionieren. Man nennt diese Störungen in den Gelenken auch Dysfunktionen oder Funktionsstörungen, im Volksmund aber meistens Blockaden oder Gelenksblockaden. Zuerst einmal ist hier eine kurze mechanische Erklärung des Begriffs „Gelenksblockade“:

„Eine Gelenksblockade ist eine Bewegungseinschränkung des Gelenks, die an jeder Position innerhalb seiner normalen (physiologischen) Bewegung eintreten kann.“ 

Der Wirbel ist also nicht ausgerenkt, sondern lediglich in seinem Bewegungsablauf gesperrt! Vielfach sind aussergewöhnliche Krafteinwirkung (Sturz, Schlag, Fehltritt, Autounfall usw.) Ursachen von Gelenksdysfunktionen. Auch können kürzere oder längere Überbelastungen (Haltung, ungewohnte Arbeit oder Sport usw.) zu Funktionsstörungen der Gelenke führen. 

Die manualtherapeutische Behandlung

Die Gelenksblockaden oder Gelenkseinschränkungen werden mittels Mobilisationen und/oder Manipulationen
des Gelenks behandelt. Mobilisationen sind langsame Bewegungen und Dehnungen der Gelenke. Die Bewegungen im Gelenk können Translatoire- (Gleitbewegungen), Angulaire- (Winkelbewegungen) oder Traktionsbewegungen sein. Manchmal wird bei diesen Mobilisationen ein leichtes Knacken gehört. Eine Manipulation ist eine kurze schnelle Bewegung im Gelenk. Meistens lösen diese Handgriffe ein hörbares
Knacken aus. Natürlich stehen dem Manualtherapeuten während der Behandlung auch alle physiotherapeutischen Behandlungsmethoden und -techniken zur Verfügung.

Welche Beschwerden gibt eine "Blockade" in der Wirbelsäule?

Bei manchen Personen (vielfach Sportler und gut trainierte Personen) gibt die Dysfunktion nicht sofort Probleme (oder nur ganz wenige) und bleibt so für eine längere Periode (manchmal sogar Monate bis Jahre) mehr oder weniger unbemerkt. Dysfunktionen können direkt lokale Beschwerden im Bereich der Blockade ergeben (Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule). Meistens braucht es nur 1 bis 4 Behandlungen, um das Problem zu lösen. Bei jedem Wirbel tritt ein Nerv aus dem Spinalkanal aus. Damit hat jeder Wirbel einen Nerv, der bestimmte Gebiete im Körper ansteuert, die sogenannten Innervationsbereiche (z.B. innervieren der 5. und 6. Halswirbel den grössten Teil des Arms!). Eine Wirbelblockade kann darum auch neuromuskuläre (z.B. Muskelverspannungen) und neurovaskuläre (z.B. Durchblutungsstörungen) Reaktionen im Innervationsbereich des betreffenden Wirbels erzeugen. Diese neurovaskulären und neuromuskulären Störungen haben (vor allem, wenn sie länger andauern) zur Folge, dass im Innervationsbereich schneller Verletzungen und Überlastungsprobleme (z.B. Sehnenentzündungen) auftreten. Vielfach entstehen diese Verletzungen ohne deutliche Ursache, weil es keine erhöhte Belastung gegeben hat, aber eine herabgesetzte Belastbarkeit! Die Behandlung besteht aus dem Beheben der Dysfunktion der betreffenden Wirbel, manchmal kombiniert mit einer lokalen Behandlung der Überlastungsbeschwerden. Weil die Blockade oder Dysfunktion schon länger besteht, ist es möglich, dass die betreffenden Wirbel einige Male in die "Fehlstellung“ zurückfallen. Darum ist es wichtig, die Dysfunktion mit immer grösser werdenden Intervallen zu behandeln. Sinnvoll ist es auch, eine medizinische Trainingstherapie zu absolvieren, um einer Rezidivierung vorzubeugen. Bei einer „nur“ lokalen Behandlung obengenannter Beschwerden gibt es nach der Behandlung vielfach eine bessere oder sogar schmerzfreie Periode (Wochen bis Monate), bis die Beschwerden wieder zurückkommen. Beispiele sind diejenigen Patienten mit jahrelangen, immer wiederkehrenden Rückenbeschwerden.